Work-Life-Balance

Die Vereinbarkeit von Berufsleben (Work) und Privatleben (Life) ist für viele Berufstätige zu einer zentralen Fragestellung geworden. Im Vordergrund steht dabei die Einstellung gegenüber der eigenen Lebenssituation, die sich auf das Zusammenspiel verschiedener Lebensbereiche, Rollen und Ziele bezieht. Für den Einzelnen bedeutet dies beispielsweise, die zur Verfügung stehende Zeit und Energie zwischen dem Berufs- und dem Privatleben sinnvoll einzuteilen und bei Bedarf lebensphasenorientiert anpassen zu können.

Zahlreiche Studien zeigen, dass das Konfliktpotential mit der Anzahl der Arbeitsstunden, der Identifikation mit der Tätigkeit und dem Unternehmen, der Höhe der Arbeitsanforderungen sowie der intrinsischen Motivation steigt. Je höher der Zeit- und Energieaufwand für die Arbeit, desto weniger steht jedoch für das Privatleben zur Verfügung. Meist ist es auch viel schwieriger, sich den beruflichen Anforderungen zu entziehen. Gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten stellt sich mit der Sorge, möglicherweise den Arbeitsplatz zu verlieren, ein Ungleichgewicht ein. In der Folge leiden die Familie, Freundschaften, das Gesundheitsverhalten oder das soziale Engagement darunter.

Konflikte können aber nicht nur hinsichtlich der zur Verfügung stehenden Zeit entstehen. Auch unterschiedlich Vorstellungen über Inhalte und Qualität der Arbeit, generationenspezifische Lebens- und Wertvorstellungen, die zunehmende Digitalisierung sowie die räumliche und zeitliche Flexibilisierung können zu einem erhöhten Stressempfinden mit daraus resultierenden negativen physischen und psychischen Belastungsfolgen führen. Hier sei stellvertretend das Nutzungsverhalten von Smartphones erwähnt. Mittlerweile verwenden 81 Prozent der Führungskräfte ein und dasselbe Smartphone für berufliche und private Zwecke. Obwohl eine Vermischung von Arbeits- und Privatleben stattfindet, möchten die meisten jedoch nicht darauf verzichten.

Belastungen in der Arbeitssituation führen nicht generell zu negativen Auswirkungen im Privatleben und umgekehrt. Vielmehr hat sich gezeigt, dass es zahlreiche Einflussfaktoren gibt, die die Rollenkonflikte vermindern können.

Handlungsmöglichkeiten:
Das können Sie konkret tun

  • Führungsleitlinien zu fairem, wertschätzendem und vertrauensvollem Umgang
  • ein hohes Ausmaß an Kontrolle, Entscheidungs- und Handlungskompetenzen für den Einzelnen
  • bedarfs- und lebensphasenspezifisch ausgestaltete Arbeitszeitmodelle, z. B. Sabbaticals, Teilzeitarbeit, Arbeitszeitkonten
  • Modelle zur Flexibilisierung des Arbeitsortes, z. B. Telearbeit, mobiles Arbeiten
  • verbindliche Regelungen zur Erreichbarkeit
  • Unterstützung bei der Kinderbetreuung/Pflege von Angehörigen
  • gesundheitsförderliche Leistungen, z. B. Qualifizierungs- und Fortbildungsangebote, psychosoziale Beratung

Text: Alexandra Theiler, UK BW